Unboxing & Review: Quantum Break (PC)

Geschichten und Theorien rund um Zeitreisen und Zeitmanipulation fand ich schon immer faszinierend. Quantum Break ist genau das, deshalb musste ich mir das mal genauer anschauen!

Unboxing

Bevor wir aber zum Spiel selbst kommen, schauen wir uns die Boxed Version des Spiels an! Während sich die Xbox-Spieler mit einer Standard-Hülle begnügen müssen, bekommen die PC-Spieler eine schicke Collector’s Edition (die “Timeless Collector’s Edition” um genau zu sein) spendiert. Die Box kostet knapp 40€ und hat für den Preis einiges in sich!

Die Timeless Collector's Edition - sogar mit Band, um das Buch besser herauszubekommen.

Der Inhalt befindet sich in einer mattweißen stabilen Pappbox mit sehr schlicht gehaltenem glänzenden Aufdruck. Informationen wie USK-Angabe, Anforderungen etc befinden sich auf einem abnehmbaren Stück Papier, sodass auf der Box selbst nur noch das Cover Art zu sehen ist.

Time is power.

 

Monarch Solutions - ein Riesenunternehmen und Antagonist des Spiels.

 

Viele, viele CDs - neben dem Spiel ist noch eine Making Of Blu Ray und der Soundtrack dabei.

 

Darin befindet sich eine auseinanderfaltbare Box mit dem gleichen Coverart und “Time is Power” auf der Rückseite. Nach einmal aufklappen grüßen uns die Logos vom Entwickler und Monarch Solutions, einmal mehr aufgeklappt sehen wir das Spiel auf 5 CDs, eine Blu Ray mit der Entwicklungsgeschichte und eine Soundtrack-CD. Außerdem mit drin sind ein Quick Start Guide und ein doppelseitiges Poster.

Der Quick Start Guide ist wie ein Monarch-Handbuch gestaltet.

 

Auf der anderen Seite des doppelseitigen Posters befindet sich das Coverart im Hochformat.

Das für mich Interessanteste ist “The Secret History of Time Travel”, eine Art Artbook, welches auf 115 Seiten die Entwicklung des Spiels beschreibt. Neben Concept Arts und Beschreibungen der Charaktere und Schauplätze enthält das Buch (welches übrigens auch separat im Großformat für knapp 20€ erhältlich ist) auch einen detaillierten Einblick in die Geschichte vom Entwickler Remedy und ihr Werdegang von Max Payne, über Alan Wake, bis hin zu Quantum Break.

The Secret History of Time Travel kommt im Mini-Hardcover daher. Wer lieber eine große Version haben möchte, kann diese auch einzeln kaufen.

 

Neben Concept Arts zum Spiel ist auch eine kleine Reise durch Remedys Geschichte dabei.

 

Das Artbook ist eine gute Ergänzung zu den Sammelobjekten im Spiel, um die Welt um Quantum Break weiter zu erklären.

 

Storytelling mal anders

In Quantum Break schlüpft man in die Schuhe von Jack Joyce, Bruder von William Joyce. William hat in seiner Laufbahn als Physiker die Chronon-Partikel entdeckt, mit dessen Hilfe man, kurz gesagt, Zeitreisen unternehmen kann. Durch diese Entdeckung war es Paul Serene, einem alten Freund von Jack, möglich, eine Zeitmaschine zu bauen. Hier kommt Jack ins Spiel: Paul bittet ihn, nach Riverport zurückzukommen, um ihm bei der Inbetriebnahme der Maschine zu helfen. Durch falsche Berechnungen geht das allerdings schief – ein Riss in der Zeit entsteht, Paul wird weit in die Vergangenheit geschickt und Jack ist den Chronon-Partikeln derart ausgesetzt, dass er Fähigkeiten entwickelt, mit denen er Zeit manipulieren kann. Dazu aber später mehr. Der Riss in der Zeit führt zu immer stärker werdenden Aussetzern, in denen die Zeit und somit auch alles auf der Welt stillsteht, mit Ausnahme von Menschen, die Chronon-Partikeln ausgesetzt waren, wie eben Jack. Da ich nichts von der Story spoilern möchte, kurz: Jacks Mission ist es jetzt, den Riss in der Zeit zu “reparieren” und herauszufinden, was die von Paul Serene gegründete Monarch Corporation vor hat.

Die Story wird zu einem Teil klassisch erzählt, mit Cutscenes und Sammelobjekten. Die Sammelobjekte bestehen aus Email-Verläufen, Notizen, Zeichnungen, Plänen und mehr und es ist wirklich empfehlenswert, alle Objekte zu sammeln und zu lesen. Man braucht ihren Inhalt auf keinen Fall, um das Spiel zu verstehen, aber sie helfen, die Story *besser* zu verstehen, geben euch Hintergründe der Monarch Corporation, aller wichtigen Charaktere, der gesamten Spielwelt. Außerdem füttern die Sammelobjekte indirekt einen weiteren Teil des Storytellings, dazu aber gleich mehr.

Massenweise Collectibles geben einen tiefen Einblick in die Spielwelt und viele ihrer Bewohner. (Quelle: Polygon)

Am Ende jedes Aktes passiert etwas eher ungewöhnliches: Man schlüpft für einen kurzen Zeitraum in die Rolle der Gegenseite, Paul Serene und die Monarch Corporation. Hier muss entschieden werden, wie die “Bösen” mit der aktuellen Lage umgehen und man hat die Wahl zwischen zwei Szenarien. Diese Junction-Entscheidungen beeinflussen hauptsächlich den dritten Aspekt des Storrytellings…

…der Live Action Serie. Diese ist das, was Quantum Break so sehr von anderen Spielen abhebt. Wenn ein Akt und die darauffolgende Junction-Entscheidung abgeschlossen sind, bekommt man eine knapp dreißigminütige Folge einer Serie zu sehen, welche hauptsächlich das Schicksal verschiedener Monarch-Angestellter darstellt. Der Inhalt wird stark von den Junction-Entscheidungen beeinflusst und gefundene Sammelobjekte sind auch darin wiederzufinden. Sowohl von den schauspielerischen Qualitäten als auch von der technischen und optischen Aufmachung kann die Serie gut mit aktuellen TV-Serien mithalten und dadurch, dass die Schauspieler, welche im übrigen durch viele andere TV-Serien bekannt sind, auch die Ingame-Charaktere spielen und sprechen, fügt sie sich nahtlos ins Spiel ein.

Sowohl optisch als auch schauspielerisch kann sich die Live Action Serie sehen lassen. (Quelle: Polygon)

Auf den ersten Blick ist diese Art, die Geschichte zu erzählen etwas ungewohnt, aber sie gibt einem eine gute Möglichkeit, zwischen den Akten des Spiels abzuschalten und selber über mögliche Zusammenhänge nachzudenken und ist definitiv ein sehr interessanter Weg, die Geschichte weiter auszuführen.

Schießerei mit Superkräften

Im Herzen ist Quantum Break ein Shooter. Die vorhandenen Waffen sind nichts außergewöhnliches und spielen sich angenehm, in dem Aspekt hebt sich das Spiel nicht besonders von der Masse ab. Da helfen die Zeitmanipulations-Kräfte, die Jack durch den Unfall an der Zeitmaschine bekommt. Man kann sich zeitunabhängig durch die Gegend warpen oder wie Flash rennen, um sich aus brenzligen Situationen zu retten oder sich unbemerkt hinter Gegner zu buchsieren, man kann Blasen verschießen, in denen die Zeit stehenbleibt um Gegner zu fangen und dann einen Berg Munition auf einen Schlag auf sie zu feuern, eine ähnliche Blase für den eigenen Schutz gibt es auch. Diese und einige andere Kräfte können im Spielverlauf immer weiter aufgelevelt werden und erfrischen das Standard Shooter-Gameplay um einiges. Leider ist die Steuerung, zumindest mit Maus und Tastatur, etwas schwammig, was besonders das durch-die-Gegend-dashen in kleineren Arealen etwas herausfordernd macht.

Die Zeitmanipulations-Kräfte machen viel Spaß und machen ein paar Kombos mit viel Wumms möglich. (Quelle: Videogamer)

Schön aber langsam

Mit den unzähligen Sammelobjekten spornt das Spiel einen sehr zum erkunden an, was in der Spielwelt auch großen Spaß macht. Jeder Ort ist detailliert gestaltet, besonders in den vielen Büroräumen und Werkstatt-artigen Räumen gibt es auf den Tischen und Regalen viel zu gucken und immer mal das ein oder andere Easter Egg zu entdecken, wie zum Beispiel Mitarbeiter, die Alan Wake spielen.

Auch optisch hat das Zeitchaos viel zu bieten. In einem Aussetzer durch in der Luft stehengebliebene Kugeln zu laufen, Gegnern unbemerkt die Waffen aus der Hand zu nehmen oder gemütlich über zusammenfallende Bauten zu spazieren macht großen Spaß und die zerglitchte Optik macht einiges her.

Das alles bringt allerdings auch Probleme mit sich. Die Performance der PC-Version ist leider nicht unbedingt die beste, besonders in größeren Außenbereichen kommen gerne mal größere Framedrops vor. Auch im restlichen Spiel bewegt man sich meistens weit unter der 60FPS-Marke. Es ist bei weitem nicht unspielbar, aber zusammen mit der teils schwammigen Steuerung fällt es doch unangenehm auf. Man merkt eben doch, dass es ein Konsolen-Port ist.

Fazit

Wenn auch das Gameplay sich nicht wirklich abhebt und keine Maßstäbe setzt, hat Quantum Break einige interessante, neue Ansätze. Die Mischung aus Spiel und Serie ist etwas komplett Neues und ist eine tolle Art, die detaillierte Spielwelt noch weiter zu vertiefen. Auch die mäßige Performance ändert nichts daran, dass das Spiel großen Spaß macht und besonders für Freunde von Zeitreise-Storys zu empfehlen!

Zum Schluss noch in eigener Sache: Das hier ist meine erste “richtige” Spiele-Review. Wenn ihr Verbesserungsvorschläge habt, gerne her damit. Ich will besser werden und Feedback ist dafür unheimlich wichtig!

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