Symphony of the Goddesses – Gänsehaut in der Essener Grugahalle

Die Gewinnspiel-Glücksfee mochte mich und ich habe vor ca. zwei Wochen unerwartet Post von Nintendo bekommen. Darin: Tickets für Symphony of the Goddesses, eine seit 2012 umherziehende Orchester-Tour rund um die Musik aus der Legend of Zelda-Reihe! Ich war am Samstag in Essen und versuche euch mal, euch meine Eindrücke zu schildern.

Eine bunte Mischung aus alt und neu

The Legend of Zelda ist dieses Jahr stolze 30 Jahre alt und zählt, Spinoffs, Remakes und CDi-Mutationen mitgezählt, über 40 Spiele – da kommt eine Menge Musik zusammen. Eine Menge großartiger Musik, die Symphony of the Goddesses seit 2012 mit einem Orchester auf die Bühnen der Welt bringt, unter Anderem eben in die Essener Grugahalle.

Um 20 Uhr gehen die Lichter in der gut gefüllten Halle aus, die Instrumente werden gestimmt und das Orchester zieht das Publikum direkt mit einem kleinen aber kraftvollen Medley in seinen Bann. Im Hintergrund unterstützt eine große Leinwand mit Spielszenen die Musik und die Immersion in die verschiedensten Stimmungen der Reihe. Um das Ganze ein wenig aufzulockern gab es jetzt und auch im weiteren Verlauf des Abends Einspieler, in denen Shigeru Miyamoto, Eiji Aonuma und Koji Kondo über die Bedeutung von Musik in Zelda-Spielen und deren Arbeit darain philosophieren.

In der ersten Hälfte lag die meiste Aufmerksamkeit Ocarina of Time und Wind Waker (meine persönlichen Favoriten) und den neueren Handheld-Titeln wie A Link Between Worlds und Phantom Hourglass. Sogar Triforce Heroes hat einen kleinen Auftritt bekommen. Besonderes hervorgehoben wurden neben den bekannten Melodien Boss-Battles und allgemein Battle-Themes.

Nach 15 Minuten Pause ging es weiter mit Twilight Princess und A Link to the Past, dem einzigen länger betrachteten Pre-OoT-Spiel. Aber ein zum Beispiel Zelda 1 bietet nun mal nicht ansatzweise so viel Musikabwechslung wie die späteren Teile. Den Rest der Zeit teilten sich Skyward Sword und Majora’s Mask, welche auch im Finale etwas Extra-Zuneigung bekommen haben und sich mit dem Vorstellen des Orchesters und einigen Runden Applaus abgewechselt haben. Als “finale” Zugabe schließt Skyward Sword noch mal den Abend ab. Hier muss ich leider sagen, dass ich als “Grande Finale” etwas mehr erwartet habe, eventuell sogar etwas zu Breath of the Wild oder meinetwegen etwas lockeres wie ein Shop Theme (mit einem abschließenden “Thaaaaaank Yoooouuu” von Beedle, wer weiß?), besonders da der Skyward Sword-Teil kurz davor bereits gespielt wurde. Trotzdem haben mir die knapp 2 Stunden viele Gänsehaut-Momente verpasst und unabhängig von Alter & Co. durchgehend freudige Gesichter im ganzen Saal zu sehen war etwas ganz Besonderes.

Gamescom-Feeling, Cosplays-Cams und eine Bahn voller Zelda-Fans

Was besonders zur allgemeinen Stimmung in und außerhalb der Halle beigetragen hat, waren die Menschen. Schon am Hauptbahnhof und beim Essen Gehen vor dem Konzert begegnen einem massenweise Triforces, man erkennt in der ganzen Stadt sofort, wer alles unterwegs zum Konzert ist. Da kommt fast ein bisschen Gamescom-Feeling auf, nur mit weniger Schweiß. Hier und da laufen einem sogar Cosplays über den Weg, spätestens in der Halle sith man dann unzählige Links, Zeldas und Morphsuit-Navis. Und genau auf diesen Aspekt gehen die Veranstalter auch gerne ein, so wurden vor dem Konzert immer wieder Cosplays aus der Menge gepickt und mit der Kamera auf die große Leinwand projeziert. Darunter war auch eine Dame jenseits der 60, welche als Link verkleidet in die Kamera grinste. Und genau diese Mischung aus Altersgruppen, Schichten und schönen Kostümen machen so ein Event erst richtig schön. Und wenn die U-Bahn zum Hauptbahnhof zu 99% mit Zelda-Fans gefüllt ist hat man auch noch einen interessanten Abschluss.

Fazit & ein paar Wehrmutstropfen

So schön das Konzert und der Abend drum herum waren, ein bisschen Kritik muss leider doch sein. Die ist keinesfalls an der Qualität des Konzertes, sondern eher an den äußeren Umständen. Die Grugahalle ist eine Mehrzweckhalle auf dem Essener Messegelände und hat mit seiner unbequemen Bestuhlung, den Plastiktribünen und den sehr offenen Wänden und Decken leider ein wenig Turnhallencharakter. Das hat das Konzert an sich keinesfalls schlechter gemacht, aber es hätte durchaus schönere (und bequemere) Orte für so ein Konzert gegeben. Dazu kommt der happige Ticketpreis (meine Tickets hätten eigentlich knapp 85€ pro Ticket gekostet), der mit so einer Location leider etwas schwer zu rechtfertigen ist.

Trotzdem ist das Konzert eigentlich ein Muss für einen Zelda-Fan und bietet zwei Stunden voller Gänsehaut-Momente. Und auch ohne jedes Spiel ausgiebig gespielt zu haben, kann man die Musik mehr als genießen. Wer jetzt interessiert ist kann sich kurzfristig noch Tickets für Berlin am 21. Oktober sichern, ich gehe inzwischen meinem unerklärlichen drang, Zelda zu spielen nach!

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