Unboxing und Review: Steam Link

Neues Jahr, neues Unboxing! Heute gibt’s aber ausnahmsweise mal keine IndieBox, sondern meinen im Steam Winter Sale erstandenen Steam Link.

Was ist ein Steam Link?

Der Steam Link ist eine kleine Streaming-Box, die die schon länger existierende In Home Streaming-Funktion von Steam erweitert. Man schließt ihn per HDMI an seinen Fernseher an und hat von dort aus per WLAN oder LAN Zugriff auf die Steam-Bibliothek aller PCs im selben Netzwerk und kann sie damit vom jeweiligen PC auf den Fernseher streamen.

What's in the Box?

Unboxing

Nachdem man den schrecklichen Versandkarton von Valve mit viel Schweiß und Blut aufbekommen hat (im Ernst, die Aufreißhilfen am Rand sind sofort abgerissen und selbst mit einer Schere bin ich kaum durch den Karton gekommen) begrüßt einen eine dunkelblaue Box mit Steam-Logo und einem kleinen Papierschuber mit technischen Daten.

In der Box: Der handliche Steam Link.

Der Link ist nur knapp 12x9cm groß.

 

Auf der Rückseite befinden sich der Stromanschluss, zwei USB-Anschlüsse, eine LAN-Buchse und ein HDMI-Port.

 

Einen weiteren USB-Port gibt es an der rechten Seite.

 

Die Unterseite ist gummiert und damit rutschsicher, aber leider auch sehr schmutzanfällig.

In der Box: der Steam Link mit Stromanschluss, 3 USB-Anschlüssen, einem HDMI-Anschluss und einer LAN-Buchse, ein Quick Start Guide und noch eine Box!

Reichlich Zubehör ist auch dabei: Neben HDMI-, Strom- und LAN-Kabel sind auch insgesamt vier verschiedene Steckdosenadapter mit drin.

In der Box in der Box befinden sich das Netzkabel mit insgesamt vier verschiedenen Steckdosenadaptern für die verschiedensten Länder, ein HDMI-Kabel und ein flaches LAN-Kabel.

Einrichtung

In der Theorie ist die Einrichtung ja eigentlich recht einfach. HDMI-Kabel dran und an den TV, Stromkabel dran, einschalten, mit einem Controller oder Maus und Tastatur verbinden, Sprache einstellen und, wenn man den Steam Link nicht per LAN betreibt, mit dem WLAN-Netzwerk verbinden.

In der Praxis besteht die Einrichtung allerdings aus viel hin-und-her-gerenne zwischen dem Wohnzimmer und, in meinem Fall, dem Schlafzimmer. Kleine Erläuterung zur Wohnsituation, da die in der Einrichtung eine wichtige Rolle spielt: Ich wohne zusammen mit meiner Freundin in einer WG eines Studentenwohnheimes. Die 2 Zimmer der Wohnung sind im Normalfall getrennte WG-Zimmer mit 2 separaten, unabhängigen Internetanschlüssen und dementsprechend 2 Routern. Wir aber benutzen ein Zimmer als Wohnzimmer und ein Zimmer als Schlafzimmer, die PCs stehen im Wohnzimmer an Router 1, der Fernseher im Schlafzimmer 2 Räume weiter und somit theoretisch an Router 2. Im Normalfall ist das recht praktisch, weil dann z.B. auf den Konsolen im Schlafzimmer Spiele heruntergeladen werden können, ohne dass das Internet an den PCs mitbeansprucht wird. Im Falle des Steam Links ist das allerdings eher unpraktisch, da dieser am Besten über LAN funktioniert. Da die beiden Netzwerke aber getrennt sind, sieht das Setup jetzt folgendermaßen aus:

PC —-[LAN]—-> Router —-[WLAN]—-> Steam Link

Das funktioniert auch soweit, bei der Einrichtung des Setups habe ich allerdings festgestellt, dass der WLAN-Empfang des Links offenbar recht schwach ist. Das WLAN des Routers im Wohnzimmer ist normalerweise so stark, dass ich es teilweise vor der Haustür 7 Etagen tiefer noch empfange, der Steam Link hat es allerdings erst gefunden, nachdem ich das WLAN des Schlafzimmer-Routers ausgeschaltet und den Funkkanal des Wohnzimmer-Routers angepasst hat. Dann allerdings auch nur mit halber Stärke.

Nachdem das Netzwerk aber endlich erkannt wurde, war die Verbindung stabil und ich musste nur noch Steam auf meinem PC starten, einmalig eine PIN eingeben und ich hatte Zugriff auf meine Steam-Bibliothek!

Funktion und Qualität

Was passiert, wenn man auf seine Steam-Bibliothek zugreift ist simpel: Am PC wird der Big Picture-Mode von Steam gestartet und von da an streamt der Link eigentlich nur den Bildschirminhalt am PC auf den Fernseher, gesteuert von Maus und Tastatur oder einem Controller direkt am Steam Link. Heißt also, alles was man am Steam Link macht, passiert eigentlich auf dem PC.

Das funktioniert zu meiner Überraschung auch mit meinem unpraktischen Setup erstaunlich gut. Die Bildqualität ist 1a, ohne irgendwelche sichtbaren Fehler, Schlieren oder Frameeinbrüche, als würde ich direkt vor meinem PC sitzen. Lediglich der Ton hakt hier und da ein wenig, aber in so einem geringen Maße, dass es nicht stört. Selbst in Spielen, die schnelle Reaktionen verlangen (in meinem Fall habe ich Run or Die und Race the Sun getestet) ist kaum ein Input-Delay zu spüren, vorhanden ist es logischerweise aber schon. Selbst Spiele wie DOOM funktionieren erstaunlich gut. Hier bekommt man den Delay zwar deutlich mehr zu spüren, aber es ist immer noch im spielbaren Bereich. Allerdings habe ich bei DOOM auch gemerkt: Je mehr auf dem Bildschirm passiert, umso mehr Lags sind vorhanden. Aber auch hier noch im spielbaren Bereich.

Wie der Delay mit Maus und Tastatur zu spüren ist kann ich nicht sagen, da ich mein gesamtes Kabelmanagement am PC zerstören müsste um die beiden ins Schlafzimmer zu bringen. Daher kann ich lediglich den Xbox 360 Controller und den Xbox One Controller beurteilen. Dazu sei noch etwas anzumerken: Nur der Steam-Controller wird nativ kabellos vom Steam Link erkannt. Ein Xbox-Gamepad kann nur über nervige Umwege kabellos genutzt werden, wer also keine Lust auf viel Fummelei hat ist auf Kabelgebundene Controller angewiesen. Oder eben auf den Steam Controller.

Nice to know: Twitch & Co. auf dem Steam Link

Für mich war der Steam Link hauptsächlich ein Frustkauf, weil ich weder auf meiner PS3, noch auf meiner Wii U Twitch vernünftig zum Laufen bekommen habe. Die Twitch-App der PS3 ist kaputter Murks und auf der Wii U funktioniert Twitch nur über Umwege im Webbrowser, da allerdings keine Stream-Aufzeichnungen. Mein Gedankengang war schließlich: Man kann in Steam doch Steam-fremde Anwendungen hinzufügen, warum also keine Twitch-App?

In einem gewissen Rahmen funktioniert das auch. Mein ursprünglicher Plan war, mir im Windows Store eine Twitch-App herunterzuladen (warum gibt es dort eigentlich noch keine offizielle?) und diese Steam hinzuzufügen. Von der Idee kann man sich allerdings verabschieden, denn Windows-Apps sind keine .exe-Dateien und somit kann Steam damit nichts anfangen.

Hier rettet einen ein altbekanntes Programm: Kodi! Die Media Center-Software, die ich persönlich bisher nur als Standalone-Anwendung für z.B. den Raspberry Pie kannte, gibt es als ganz normale Desktop-Anwendung und kann somit Steam hinzugefügt werden. Jetzt muss Kodi lediglich noch das Twitch-Addon hinzugefügt werden und man kann auf dem Steam Link problemlos Livestreams und Aufzeichnungen anschauen. Und nicht nur das: mit Hilfe von Kodi kann der Steam Link zu einem vollwertigen Media Center erweitert werden, inklusive TV-Mediatheken, Musik-Streaming und Zugriff auf lokale Mediendateien.

tl;dr – Fazit

Der Steam-Link ist eine sehr solide Anschaffung, wenn man PC-Spiele auf dem Sofa spielen will. Im Endeffekt wird damit zwar nur das bereits seit längerer Zeit vorhandene In-Home-Streaming in Hardware gegossen, dafür braucht man hier nur noch ein einziges Gerät mit Steam und keine 2 PCs mehr. Mit einem ordentlichen, stabilen WLAN-Netzwerk muss man nicht mal Kabel durch die Wohnung verlegen, übers LAN-KAbel hat man ein fast perfektes Gaming-Erlebnis wie direkt am PC. Wenn man dann noch bereit ist, ein wenig mit Kodi & Co. herumzufriemeln kann man die kleine Kiste super zu einem All-In-One Media Center erweitern und hat für den Preis eine schöne unauffällige Erweiterung fürs Wohnzimmer.

Kommentar hinterlassen

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*